
Der Weg zur Europameisterschaft: Cissi Lindberg und Erik Stjernlöf setzen auf COA
Nach ihrer Silbermedaille bei der Weltmeisterschaft in Südafrika und einem intensiven Frühjahr mit mehreren großen Wettkämpfen richtet Cissi Lindberg den Blick bereits auf das nächste Highlight der Saison. Gemeinsam mit Erik Stjernlöf befindet sie sich in der finalen Vorbereitung auf die IPSC-Europameisterschaft in Ungarn.

Cissi Lindberg und Erik Stjernlöf gehören zu den besten Schützen Schwedens im dynamischen Pistolenschießen. Sie trainieren gemeinsam, analysieren gemeinsam und treiben sich gegenseitig zu Höchstleistungen an. Vor der diesjährigen Europameisterschaft haben beide zudem einen wichtigen Schritt bei ihrer Ausrüstung vollzogen: Sie schießen nun mit dem Aimpoint® COA®.
Für Cissi folgt die Europameisterschaft auf eine Saison, in der sie bereits mehrere wichtige Standortbestimmungen absolvieren konnte. Nach Wettkämpfen in Helsingborg, Skepplanda, Uppsala und zuletzt in Tschechien hat sie ein klares Bild davon, woran sie bis zur Meisterschaft noch arbeiten muss.
„Ich werde an den Bereichen arbeiten, bei denen sich in Tschechien gezeigt hat, dass ich noch Potenzial habe. Vor allem an kleinen Scheiben. Ich muss die Treffer besser zusammenhalten und darf die Konzentration nicht verlieren“, sagt Cissi Lindberg.
Für Erik steht in der letzten Phase vor der Europameisterschaft dasselbe im Mittelpunkt wie immer in der Open Division: Alle Details müssen perfekt zusammenspielen. Die Klasse wird oft mit der Formel 1 des Schießsports verglichen. Die Ausrüstung ist hochspezialisiert, die Konkurrenz enorm stark, und der Schütze kann ständig analysieren, optimieren und feinjustieren.
„Jetzt geht es darum, zu Hause weiter zu trainieren und sicherzustellen, dass alles funktioniert“, sagt Erik Stjernlöf.

Die Open Division stellt höchste Anforderungen an Technik und Umsetzung. Die Waffen sind auf maximale Leistung ausgelegt, doch genau deshalb muss der Schütze jeden Aspekt unter Kontrolle haben – von der Munition und Optik bis hin zu Bewegungsabläufen und Matchstrategie. Für Erik, der seine Munition selbst lädt und jedes Detail analysiert, gehört das ganz selbstverständlich zum Sport dazu. Nicht nur der Schütze muss funktionieren, sondern das gesamte System.
Die letzte große Standortbestimmung vor der Europameisterschaft war die Extreme Euro Open in Tschechien, eines der größten Matches Europas mit vielen der besten Schützen des Kontinents am Start. Für Cissi und Erik war der Wettkampf eine wertvolle Bestätigung dessen, was bereits gut funktioniert – und woran noch gefeilt werden muss.
Vor der Europameisterschaft wird Cissi außerdem viel Zeit damit verbringen, die Stages im Voraus zu studieren.
„Ich werde mir ansehen, wie sie aufgebaut sind, welches Design sie haben und welche Herausforderungen zu erwarten sind – zumindest soweit sich das aus den Stage Briefings ableiten lässt“, sagt sie.
Das Ziel ist klar, doch der Weg dorthin sieht für die beiden schwedischen Schützen unterschiedlich aus. Für Cissi, die bei der IPSC World Shoot in Südafrika Silber in der Kategorie Production Optics Lady gewann, ist ein weiterer Podiumsplatz das große Ziel.
„Mein Traumziel ist es, wieder auf dem Podium zu stehen“, sagt sie.
Gleichzeitig betont sie, dass Meisterschaften nicht allein durch Ehrgeiz entschieden werden. Die Vorbereitung muss stimmen, doch wenn das Startsignal ertönt, geht es auch darum, die Dinge zu akzeptieren, die außerhalb der eigenen Kontrolle liegen.
„Man kann nicht mehr tun als sein Bestes. Ich bin zufrieden, wenn ich weiß, dass ich alles gegeben habe – selbst wenn ich nicht gewinne. Natürlich will man immer gewinnen, aber selbst das eigene Maximum reicht manchmal nicht aus“, sagt sie.

Neue Ausrüstung für die Saison
Vor Beginn der diesjährigen Saison sind sowohl Cissi als auch Erik vom Aimpoint Acro auf das Aimpoint COA umgestiegen. Für Erik, der in einer Division startet, in der Pistole und Ausrüstung eine zentrale Rolle spielen, muss jede Veränderung intensiv getestet, bewertet und unter Wettkampfbedingungen zuverlässig funktionieren.
Für Cissi ist der Unterschied in einer Disziplin, in der Bewegung, Geschwindigkeit und Präzision ständig zusammenspielen müssen, deutlich spürbar.
„Es wird ein wenig besser und ein wenig leichter. Das Visier ist auf dem Verschluss leichter, und das merkt man. Es bewegt sich einfach weniger Masse“, sagt sie.
Besonders positiv bewertet sie auch das Visierbild.
„Man hat den Eindruck, dass das Fenster größer ist, weil viele störende Elemente verschwunden sind. Der Tunnel des Acro ist weg. Für mich ist das ein echter Fortschritt. Für diese Art des Schießens ist es einfach besser“, sagt Cissi.
Und dann fügt sie lachend hinzu:
„Außerdem sieht es besser aus.“
IPSC ist eine Disziplin, in der die Unterschiede oft nur minimal sind. Die Schützen müssen sich schnell durch die Stages bewegen und dabei unterschiedlichste Ziele und Aufgaben bewältigen, ohne an Präzision einzubüßen. Jeder Fehlschuss, jedes Zögern und jede falsche Entscheidung kostet Zeit oder Punkte.
Für Cissi und Erik geht es nun in die letzte Phase der Vorbereitung auf die Reise nach Ungarn. Das Fundament wurde im Winter und Frühjahr gelegt. Jetzt entscheiden die Details.
„Wettkämpfe zeigen einem, woran man arbeiten muss. Erst unter Druck erkennt man wirklich, wo die eigenen Schwachstellen liegen“, sagt Cissi.

Fakten: IPSC European Handgun Championship 2026
Datum: 30. Mai bis 13. Juni 2026
Ort: Buzsák, Ungarn
Schießanlage: LZ Range
Disziplin: Dynamisches Pistolenschießen
Veranstalter: International Practical Shooting Confederation (IPSC)
Fakten: Was ist IPSC?
IPSC steht für International Practical Shooting Confederation und ist der weltweit führende Verband für dynamische Schießsportwettkämpfe.
Die Schützen bewegen sich durch Parcours mit unterschiedlichen Zielen und Aufgabenstellungen, bei denen Geschwindigkeit, Präzision und Sicherheit gleichermaßen bewertet werden. Jede Stage ist einzigartig und fordert die Teilnehmer heraus, Situationen schnell zu analysieren, eine Strategie zu entwickeln und diese unter Zeitdruck umzusetzen.
Geschossen wird mit Pistole, Gewehr oder Flinte, häufig unter erheblichem Zeitdruck.
